Fallstricke und Stolpergruben

Es gibt typische Tricks und Fallgruben im Dschungel, in die auch fortgeschrittenen Dschungelkämpfer*innen immer mal wieder tappen können. Diesen „Kognitiven Verzerrungen“ können wir immer wieder unterliegen. Daher sei aufmerksam und schaue genau, ob sich da vielleicht gerade ein gut getarnter Fallstrick um dich herum zuzieht. Es braucht einige Kraft, sich daraus zu befreien, aber du schaffst das!

  1.  JETZT oder NIE wieder kommt diese Chance – der Finanzmarkt läuft nach bestimmten Mustern ab und dir werden immer wieder ähnliche – wenn auch nicht genau dieselben – Chancen begegnen
  2. Verlustaversion. Wir gewichten Verluste höher, als Gewinne. Also ärgern uns mehr über Verluste, als wir uns über Gewinne freuen und tun mehr irrationale Sachen, um einen Verlust zu vermeiden. Zum Beispiel kann es sein, dass man viel zu lange an Investitionen festhält, in der Hoffnung, dass sie irgendwann wieder steigen oder es kann gar vorkommen, dass man bei Verlust noch mehr investiert, um vorherige Handlungen zu rechtfertigen.
  3. Die Tendenz, bei Gewinn nicht mehr zu kaufen, weil man die Chance verpasst hat, als es günstig war und jetzt denkt, es würde sich nicht mehr lohnen. Ein Beispiel: Nachdem ich vor vielen Jahren fast in Bitcoin investiert habe, als er noch so um die 400 Euro/Coin kostete aber mich dagegen entschieden habe, habe ich 2016 noch einmal rein geschaut und war wieder kurz vorm Kauf. Da lag er dann bei circa 1.000 Euro/Coin und ich dachte mir, dass es sich jetzt auch nicht mehr lohnt, da er ja nun bereits so stark gestiegen ist. Naja, mittlerweile liegt er bei 15.500 Euro/Coin. Das sind die Freuden und Frustrationen des Handels 🙂
  4. Ein Hoch auf die Intuition, doch lass dich nicht von Emotionen austricksen. Intuition ist verinnerlichtes Wissen und insbesondere als Anfänger*in liegen diese noch nicht vor. Halte dich an dein logisches Denken.
  5. Optimismus – ist prinzipiell gut, doch zu viel Optimismus kann zu schlechten Entscheidungen führen.
  6. Die eben erwähnte Verlustaversion kann auch dazu führen, dass man bei Gewinnen zu früh aussteigt. Wieder appeliere ich: möglichst emotionslos sein.
  7. Gruppendenken: Wenn viele andere etwas tun, gibt es uns ein Gefühl für Sicherheit. Aber vielleicht ist es genau deine persönliche kluge Überlegung, die dir eine tolle Investition ermöglicht.
  8. Ankereffekt: Das ist, was bei meinem Bitcoin- Beispiel in Punkt 3 passiert ist. Ich habe meinen Anker bei 400 Euro/Coin geworfen und den heutigen Wert daran gemessen. Das kann bei Entscheidungen in vielen Hinsichten passieren, dass wir uns an einer Information festhalten, meist die erste, die wir bekommen und die uns vertrauter wird. Das kennst du bestimmt auch aus dem Alltag: Wenn du in eine Dschungel-Bar gehst und einen Cocktail bestellst und die ersten beiden Angebote auf der Tafel sind mit 20 Euro und 22 Euro angeschrieben, dann erscheint es dir ein gutes Geschäft, den Cocktail für 7 Euro in der Karte zu finden und zu bestellen. Wenn der gleich Cocktail sich aber in einer Karte befindet, in der alle anderen Cocktail zwischen 4 – 6 Euro kosten, so erscheint er teuer. Flexibel bleiben und alte Informationen durch neue ergänzen ist die Devise.